Jurastudium


Das Jurastudium

Jurastudium ist die umgangssprachliche Bezeichnung des Studiums der Rechtswissenschaft in Deutschland. Der Begriff Jura leitet sich vom lateinischen ius (“das Recht”) bzw. iura (Plural: die Rechte). Die Dauer des Jurastudiums liegt im Durchschnitt bei 9 Semestern bis zum 1.Staatsexamen.

Wer dieses Studium erfolgreich absolviert hat, wird dann als Jurist bezeichnet.

Bild: Schönfelder © Hugo Berties | fotolia.com

Bewerbung für das Jurastudium

Derzeit wird das Studium der Rechtswissenschaft in Deutschland an 32 juristischen Fakultäten und sechs juristischen Fachhochschulen gelehrt. Eine genauere Auflistung der Universitäten und Fachhochschulen ist hier zu finden.

Für einen Studienplatz muss man sich meistens direkt bei der jeweiligen Uni bewerben. In NRW geschieht die jedoch noch über die Zentralstelle für die Vergaben von Studienplätzen (ZVS). Zum Einschreiben ist jedoch – neben dem Abitur / der allgemeinen Hochschulreife – oftmals auch ein bestimmter NC (numerus clausus) notwendig. Dieser Notendurchschnitt wird jeweils von den Universitäten und Fachhochschulen selbst festgelegt.

Wer die Hürde der Bewerbung dann erfolgreich nehmen konnte, fängt nun mit den Studieninhalten –  vorerst dem Grundstudium  – an.

Das Jurastudium ist in Grund- und Hauptstudium gegliedert. Nach dem Hauptstudium folgen dann die Phase der Examensvorbereitung und die erste Juristische Examensprüfung. Dabei umfasst das klassische Jurastudium eine Regelstudienzeit von neun Semestern.

Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass sich die Studienplanung je nach Bundesland und Uni unterschiedlich gestalten kann. Deshalb ist es stets wichtig zu Beginn des Studiums einen Blick in die jeweilige Studienordnung zu werfen.

Grundstudium Jura / Rechtswissenschaften

Das Grundstudium umfasst in der Regel vier Semester und endet mittlerweile meistens mit der Zwischenprüfung. In dieser Zeit werden den Studierenden die Grundzüge des Rechts gelehrt und dessen Methodik. Inhalte sind hier im Strafrecht die Abschnitte des allgemeinen Teils, die Vermögens- und Kapitaldelikte. Im Bereich des Öffentlichen Rechts werden Staatsorganisationsrecht, Grundrechte, Europarecht, Verwaltungsrecht und Verwaltungsprozessrecht behandelt. Der Bereich des Zivilrechts lehrt im Grundstudium den allgemeinen Teil des BGB, Sachenrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie vertragliche und gesetzliche Schuldverhältnisse, Erbrecht, ZPO, Arbeitsrecht aber auch Familienrecht. Zu diesen Bereichen kommen die allgemeinen Grundlagenfächer, wie Rechtsgeschichte, Römisches Recht und Rechtsphilosophie, die das juristische Grundverständnis fördern sollen.

Die Zwischenprüfung wird hierbei meistens mit dem Bestehen entsprechender Klausuren oder aber – an einzelnen Unis als eigene Prüfung abgelegt. Genaueres, sollte man auch hier innerhalb der Studienordnung der jeweiligen Universität in Erfahrung bringen, da es hier Unterschiede gibt.

Hauptstudium

Das Hauptstudium steht im Anschluss an das Grundstudium.

Auch hier gibt es Unterschiede von Universität zu Universität aber auch von Bundesland zu Bundesland.

Neben weiteren Vorlesungen müssen fortgeschrittene Rechtskenntnisse in sogenannten großen Übungen – bestehend aus Klausuren und Hausarbeiten – nachgewiesen werden. Ebenso gehört das erfolgreiche Absolvieren sog. Schwerpunktbereiche dazu.

Hierbei ist das Bestehen der großen Übungen im Zivilrecht, Öffentlichen Recht oder Strafrecht manchenorts Voraussetzung, um das Schwerpunktbereichszeugnis zu erhalten.

Anderorts können die Fortgeschrittenenübungen nur noch freiwillige Veranstaltungen sein.

Auch nicht in allen Bundesländern gleich geregelt und vorgesehen ist der Erwerb fachbezogener Fremdsprachenkenntnisse oder die Teilnahme an Schlüsselqualifikationsvorlesungen. So müssen in einigen Bundesländern mindestens ein Semester lang ausländisches Recht in der jeweiligen Landessprache gelehrt werden. Hierüber ist dann auch ein Leistungsnachweis erforderlich.

Der Erwerb einer Schlüsselqualifikation kann oftmals auch neben Schlüsselqualifikationsvorlesungen wie Verhandlungsführung, Mediation oder Rhetorik auch durch die Teilnahme an Moot Curts erfolgen.

Schwerpunktbereich

In vielen Studienordnungen ist mittlerweile auch die Wahl eines Schwerpunktbereichs vorgesehen, welcher vertiefte Kenntnisse in einem besonderen Rechtsgebiet vermitteln soll.

Zu diesen Schwerpunktbereichen gehören beispielsweise neben den Themen aus dem Pflichtfachstoff auch andere Rechtsgebiete. Schwerpunktbereiche können u.a. Arbeitsrecht, Wirtschaftsrecht, Medienrecht, Medizinrecht oder Internationales Recht sein. Der Großteil der Universitäten bietet entsprechend eine Vielzahl von Schwerpunktbereichen an. Ebenso ist der Prüfungsumfang je nach Universität sehr unterschiedlich und oftmals nur schwer vergleichbar. Der Schwerpuntkbereich fließt jedoch auch in die Examensnote mit ein.

Examensvorbereitung

Die Phase der Examensvorbereitung umfasst meist eine Dauer von 1 bis 1,5 Jahren. Viele Studenten besuchen in dieser Zeit ein privates Repetitorium um sich so für  das bevorstehende Examen zu wappnen und zu lernen.

Abschluss

Nach diesen 8-9 Semestern kann diese universitäre Ausbildung durch das Bestehen des 1.Staatsexamen (auch als Erste juristische Staatsprüfung oder Referendarexamen bezeichnet) abgeschlossen werden. Diese Prüfung geschieht in  jeweils fünfstündigen Klausuren. Die Klausurenanzahl  variiert auch hier je nach Bundesland in den einzelnen Rechtsgebieten. Durchfallquoten von 20% und mehr sind hier nicht unüblich. Daher ist eine sehr gute Vorbereitung von enormer Wichtigkeit.

Entsprechenden Erfolg in den Examensklausuren sowie verlangten Examenshausarbeit vorausgesetzt, kann man nun den akademischen Grad des Diplomjuristen (Dipl.-Jur.) beantragen.

Volljurist mit der Befähigung zum Richteramt (die gleichermaßen Voraussetzung zur Zulassung als Rechtsanwalt ist) wird jedoch nur, wer nach einem etwa zweijährigen Rechtsreferendariat auch das zweite Staatsexamen (Großes Staatsexamen, Assessorexamen) erfolgreich erworben hat.

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