Ausstrahlung einer Folge der TV-Serie „Frauentausch“ wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung einer Mutter untersagt


Mit Urteil vom 26.07.2012 (Az. 27 O 14/12)  hat das Landgericht Berlin der Produktionsfirma der Fernsehserie „Frauentausch” unter Androhung eines Ordnungsgeldes untersagt, eine bereits ausgestrahlte Folge dieser Serie selbst oder durch Dritte abermals zu veröffentlichen oder zu verbreiten.

In dieser Serie geht es jeweils um zwei Familien, deren Frauen für zehn Tage den Haushalt tauschen und bei der jeweils anderen Familie leben.

Bei der Klägerin handelt es sich um eine Frau, die mit ihrer Familie an der Produktion einer bereits im Jahr 2007 aufgezeichneten Folge der RTL II-(“Erfolgs-“)Sendung Frauentausch mitgewirkt hatte und sich durch die Art der Darstellung in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt sah.

Nach Auffassung des Landgerichts hat die Klägerin zwar vor Produktion der Sendung eine Einwilligungserklärung gegenüber der Produktionsfirma abgegeben. Darin sei von einer “TV-Dokumentations-Serie” die Rede gewesen, die vorrangig einen Dokumentationscharakter haben solle. Tatsächlich seien die Aufnahmen dann so nachbearbeitet worden, dass die Klägerin gezielt lächerlich gemacht worden sei. Sie sei als überforderte und geistig verwirrte, bei ihren Kindern unbeliebte Mutter der praktisch veranlagten, sympathischen und ordentlichen Tauschmutter gegenüber gestellt worden. Mit derartigen nachträglichen Bearbeitungen zum ausschließlichen Zweck der Verspottung habe sie nicht rechnen müssen. – [Quelle: Juris]

Den weiter durch die Protagonistin geltend gemachten Anspruch auf Geldentschädigung  i.H.v.  mindestens 15.000 Euro hat das LG Berlin aber abgewiesen und führt aus, dass die Missachtung des Persönlichkeitsrechts nicht so schwerwiegend sei, dass eine finanzielle Entschädigung geboten sei.

Der Volltext der Entscheidung findet sich hier.

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